Kommunikation 2018 – Was jetzt wirklich ankommt.

Kommunikation / Digitalisierung   •   12. April 2018

Flame GmbH München - Blog Kommunikation 2018 - Was kommt an

Im Mai 2018 feiert flame 15ten Geburtstag.

In unserer schnelllebigen und in vielerlei Hinsicht digitalisierten Welt erscheint diese Zeit wie eine gefühlte Ewigkeit, obwohl wir bereits im 21. Jahrhundert und damit in der digitalen Kommunikation angekommen waren. 2003 gab es jedoch noch kein Smartphone, kein Social Media, keine Blockchain, keine Sprachassistenten, kein Smart Home, keine Augmented Reality und alles was man in Sachen Pod kannte, war der iPod, der gerade mal so auf dem Markt (und dann auch gleich in unserem Besitz) war. Doch auch wenn wir in den letzten Jahren neugierig alles rund um die neuen Formen der digitalen Transformation aufgesaugt, verfolgt, ausprobiert und auch erfolgreich ein- und umgesetzt haben, ist nichtsdestotrotz auch die Bedeutung von analogen Kommunikationswerten und dem damit verbundenen Know-how nicht in Vergessenheit geraten – wie sich jetzt zeigt: mit gutem Grund.

Interessanterweise erleben wir nämlich derzeit auch bei unseren Kunden, vornehmlich kleine und mittelständische Unternehmen, zwei signifikante Strömungen in der Kommunikation, die sich durchaus mit unserer eigenen Einstellung übereinbringen lassen: Auf der einen Seite ist die digitale Kommunikation tatsächlich nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken in Sachen Geschwindigkeit und Effizienz. Auf der anderen Seite findet aber auch eine Rückbesinnung in punkto Werthaltigkeit der Kommunikation statt. Dies zeigt sich nicht nur in der Wahl eines qualitativ hochwertigen Papiers für ein persönliches (handschriftliches) Anschreiben. Es zeigt sich vor allem darin, dass sich zunehmen wieder Zeit genommen wird, über die nachhaltige Vermittlung von unternehmerischen oder persönlichen Werten an menschliche Kommunikationsempfänger, nachzudenken.

Einhergehend mit der Datenschutz-Grundverordnung die Ende Mai 2018 effektiv in Kraft tritt, der E-Privacy-Richtlinie die zeitgleich in Kraft treten könnte und nicht zuletzt mit der derzeit kritischen Auseinandersetzung um die Nutzerdaten von Facebook und dem Großthema Digitalisierung an sich entstehen in letzter Zeit des Öfteren mit unseren Kunden lebhafte Diskussionen darüber, wie Kommunikation – vor allem auch im Unternehmen (Stichwort interne Kommunikation) sinnvoll gestaltet, formuliert und vermittelt werden kann – und soll. Eine Frage, die aufgrund der Komplexität unseres heutigen Lebens natürlich berechtigt – und ehrlicherweise auch nicht immer eindeutig zu beantworten ist. Schließlich tummeln sich heute auch in einer eng gefassten sozio-demografischen Horde eine Vielzahl unterschiedlicher Generations- und Altersgruppen mit unterschiedlichsten Einstellungen, verschiedenem kulturellen Hintergrund, Informations- und Kommunikationsverhalten. Die Zeiten der klassischen Marktforschung mit eindeutig identifizierbaren Milieus oder Sozialforschungsmodellen sind nachweislich überholt – es bedarf neuer Ansätze und kreativer Ideen, um Kommunikationsbotschaften zielorientiert und wertvermittelnd zu definieren, damit sie wirklich ankommen. Und genau hier entstehen neue Chancen.

Alles neu hier?

Mitnichten. Bereits in den 1990er Jahren gab es mit der ersten Welle der Digitalisierung – verbunden mit dem Start des Internets und der allgemeinen Globalisierung der Märkte – völlig neue Möglichkeiten für Unternehmen, die schon damals entdeckt und genutzt werden wollten. In einer bis dahin unbekannten Geschwindigkeit und Dimension wurden Online-Geschäftsmodelle aus der Taufe gehoben, internationale Strategien entwickelt, Daten erhoben und ausgewertet und daraus abgeleitete Informationen und Botschaften über neue digitale Marketing- und Vertriebskanäle auf die Märkte gebracht. Diese Entwicklung hatte konsequenterweise auch Folgen für die Kommunikation in den Unternehmen – ihr wurde plötzlich eine strategische Rolle zuteil, Maßnahmen wurden auf Basis erhobener Daten mess- und steuerbar und die Funktion des CMO (Chief Marketing Officer) wurde in vielen Organisationen als zentrale Steuerungsstelle etabliert.

Heute – wir nennen das Phänomen des aktuellen digitalen Wandels mittlerweile nicht mehr ganz so enthusiastisch „Disruption“ – werden vor allem die in den letzten Jahren erlangten Erkenntnisse aus dem Umfeld der Digitalisierung zum Teil auch kritisch gesehen. Es entstehen u.a. Zukunftsängste bei Arbeitgebern und -nehmern (braucht mich das Unternehmen noch?) sowie regelrechte Aversionen gegenüber „dem Digitalen“ (was ist manipuliert, was kann ich noch glauben?). Und trotzdem: viele kleine und mittelständische Unternehmen sind gerade erst dabei, sich dem digitalen Wandel und den damit verbundenen Herausforderungen zu stellen. Die Erfahrungen, die wir als aktive und erfahrene Kommunikationsbegleiter für diesen Change-Prozess machen, lassen sich in drei wichtigen Erkenntnissen zusammenfassen:

a) Das neue Verständnis der Corporate Identity

Die Corporate Identity erlebt eine grundlegende Renaissance. Mehr denn je kommt es für eine Organisation darauf an, internen und externen Stakeholdern eine klare Identität zu vermitteln. Internationale Konzerne haben dies bereits frühzeitig erkannt. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs) haben hier jedoch gute Chancen, Potentiale für sich zu entdecken. Dabei kommt es nicht nur auf eine zeitgemäße Erscheinung (Logo / Design) an, sondern es geht vielmehr um die Haltung (Behaviour) des Unternehmens und seiner Führung – auch als Basis für zu vermittelnde Kommunikationsinhalte.

b) Aufklärungsarbeit als Auftrag

Eine der ganz wesentlichen Aufgaben von Kommunikation ist, Inhalte verständlich und möglichst nachhaltig an unterschiedlichste Zielgruppen zu vermitteln. Gerade in einem durch einen Change-Prozess eventuell verunsicherten Umfeld (intern und extern) kommt dieser Aufgabe eine essentielle Rolle zu, um neue Ideen, Wege, Angebote und Impulse den jeweils relevanten Stakeholdern nachvollziehbar und möglichst erlebbar zu machen. Eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Führung einer Organisation bildet hier die grundlegende Basis.

c) Digital Humanism

Im Umfeld von Entwicklungen wie Chatbots, Mixed Reality Szenarien oder Sprachassistenten ausgestattet mit künstlicher Intelligenz – für die es ganz sicher relevante Einsatzbereiche gibt – rückt die Bedeutung von persönlicher Kommunikation von Mensch zu Mensch gleichzeitig wieder vermehrt in den Vordergrund. Auch hier ergeben sich für Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, scheinbar „Tradiertes“ in die heutige Zeit zu übertragen. Es heißt nicht umsonst, ein persönliches Gespräch lässt sich durch nichts ersetzen – kein Wunder, schließlich kommen hier vor allem unsere empathischen Werte voll zum Tragen.

Wir jedenfalls sehen in den derzeit vieldiskutierten Themen für die „gute“ Kommunikation vorrangig Chancen für Unternehmen und Organisationen (auch der sinnhafte Umgang mit Daten kann für den europäischen Markt durchaus Vorteile bringen) und freuen uns auf weitere spannende Jahre und Gespräche.

2018-04-12T18:46:03+00:00 April 11th, 2018|Communication / Kommunikation, Digitization / Digitalisierung|